Der Cineastik verfallen? Jans Verhältnis zum Kino

von Jan Hochkamer

Cineastik, seltener Cinephilie (französisch Cinéphilie) oder Cineasmus, bezeichnet die leidenschaftliche Liebe zu Kino und Film; ihre Anhänger werden Cineasten bzw. Cinephile genannt. Sie speist sich aus der Rezeption von Film und Kino.“
Wikipedia: Cineastik

Könnt Ihr von Euch behaupten, der Cineastik verfallen zu sein?
Wann wart Ihr das letzte Mal in einem Kino?
Wart Ihr schon mal auf einem Filmfestival?
Könnt Ihr Euch an euer erstes Kinoerlebnis erinnern?
Kennt Ihr den klassischen Weg eines Films von der Geschichte bis in den Kinosaal?

An mein erstes Filmerlebnis kann ich persönlich mich zumindest nicht mehr erinnern. Welcher Film es war? Keine Ahnung. Aber mein erstes Kinoerlebnis muss im Atlantic Filmpalast in Moers (linker Niederrhein) stattgefunden haben. Dieses Kino gibt‘s tatsächlich noch! Es war und ist definitiv kein Palast, lädt aber wie eh und je zum Träumen ein und bringt bestimmt nicht nur bei mir viele Erinnerungen hoch.

Meine älteste Filmerinnerung – in ebendiesem Kino – war auf dem Kindergeburtstag meines Nachbarn Felix: „George der aus dem Dschungel kam“. Obwohl sich dieses positive Kinoerlebnis in meinem Gedächtnis eingebrannt hat, würde ich den Film meinen Kindern heute nicht als den Beginn ihrer cineastischen Reise ans Herz legen. Meine Eltern hätten mir diesen Film gewiss nicht gezeigt. Sonst wäre mein allererster Kinofilm inhaltlich sicherlich „pädagogisch wertvoll“ gewesen.

Was bedeutet „pädagogisch wertvoll?“
Und wieso ist es wichtig darüber nachzudenken, welche Inhalte das erste Kinoerlebnis prägen sollten?

Wie auch immer, es sollte noch ein paar Jahre dauern, nämlich so ca. 20, bis eine ernstzunehmende Leidenschaft zum Film in mir reifen konnte. Auch wenn ich kein Vollblut-Cineast bin, ist jeder meiner Kinobesuche – insbesondere solche kleinerer Programmkinos – mit einer großen Begeisterung verbunden. Außerdem mag ich es einfach, Filme in hoher Bild- und Soundqualität zu genießen.

Das Kurzfilmgenre mit seiner Bedeutung für die Filmindustrie durfte ich unlängst auf den Oberhausener Kurzfilmtagen kennenlernen und im Rahmenprogramm der Berlinale konnte ich einen uralten Film im Stummkino Delphi genießen. Das KinderKinoFest, NRWs größtes Kinderfilmfestival, konnte ich im vergangenen Jahr aufgrund der Coronapandemie nicht besuchen; meiner Nichte wurde somit leider ihr erster „pädagogisch wertvoller“ Kinobesuch verwehrt. Dies ist ein Anspruch an das Programm des KiKiFe’s, hab ich mir von einer Mitarbeiterin verraten lassen.

Wie ist ein Filmfestival organisiert?
Wieso ist ein Filmfestival so wichtig für die gesamte Szene?
Welche Genres gibt es eigentlich?
Und welche Jobs bilden diese Genres aus?

Metropolis Kino, Ebertplatz, Köln

Aktuell vermisse ich das Kino mit seinem Popcorngeruch, den abgesessen Sesseln und sehne mich sehr nach den bevorstehenden Öffnungen meines geliebten Kulturorts. Doch wie muss es für die Kinobetreiber:innen, die Mitarbeiter:innen und Filmschaffende sein? Das Kino als Kulturort ist nicht erst seit Corona gefährdet. Und auch als Bildungsort wird dem Kino nicht die gebührende Signifikanz zugesprochen. Die wenigsten Vorführhäuser finden sich mit großen Einnahmen in der Multiplex-Kinowirtschaft wieder und die wenigsten Filmfestivals werden in einem Satz mit den großen Namen erwähnt. Kino ist nicht gleich Kino! Aber eins ist klar: Diese Kulturorte müssen um jeden Preis erhalten bleiben. Warum sie erhalten bleiben müssen, das zeigen wir Euch in den nächsten Wochen und werden die Antworten auf die hier gestellten Fragen einholen! Mir ist es ein besonderes Anliegen, dieser Branche eine Bühne auf unserem Blog zu geben, um mehr darüber zu erfahren, wie Filmrezeption, Filmbildung und Filmfestivals in Zeiten von Corona stattfinden können.

Auch Ihr könnt Euch beteiligen! Welche Fragen an’s Kino habt ihr? Schreibt uns an j.hochkamer@daskulturgetriebe.de oder über unseren Instagram-Kanal @szene_kulturmanagement.

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